„Weg mit dem Soli!“ fordern 83% der Deutschen
Zusammenfassung
- Auch jeder zweite Ostdeutsche (55%) will die Abschaffung der Steuer
Dünger für Blühende Landschaften oder ein Etikettenschwindel?
Solidarität umfasst Verbundenheit und Unterstützung eines anderen. Gilt das auch für Steuern? Scheint so, der Solidaritätszuschlag wurde bei seiner Einführung mit den Kosten des „Aufbau Ost“ begründet. Aber auch die Kosten für den Golfkrieg und die Unterstützung der Länder in Mittel-, Ost- und Südeuropa waren mit im Paket. Seitdem wird immer wieder über die Abschaffung des „Soli“ diskutiert. mingle-Trend fragte nach: Wollen die Deutschen die Abschaffung des Soli?
Die überwältigende Mehrheit der Deutschen (83%) plädiert für eine Abschaffung dieser Steuer. Ursprünglich sollte der Soli vor allem dem Aufbau Ost dienen, gar zu Helmut Kohls angekündigten „blühenden Landschaften“ beitragen. Eine Vision, die sich nicht erfüllte: immer ist die Arbeitslosigkeit in manchen Regionen wie der Uckermark bei 17% (2011). Der Mangel an Perspektiven und der Lohnunterschied zum Westen führen zur Abwanderung vieler junger Menschen aus den Regionen im Osten. Es scheint, als ob Finanzhilfe gebraucht wird. Und doch: Auch die Ostdeutschen sind mehrheitlich (55%) für das Aus für den Solidaritätszuschlag. Immerhin zahlt jeder arbeitende Bürger den Soli in Höhe von 5,5%, ganz gleich wo er oder sie wohnt.
45% der Ostdeutschen wollen den Soli erhalten, doch was haben die neuen Bundesländer wirklich von den rund 12 Milliarden Euro jährlich? Das hängt von den aktuellen politischen Entwicklungen im Laufe des Jahres ab. Kritiker nennen das einen Etikettenschwindel. Eines scheint jedoch klar: Die große wirtschaftliche Differenz zwischen Ost und West erschwert die „innere Einheit“. Immerhin sehen noch immer 84% der Deutschen einen Unterschied in der Mentalität zwischen „Ossis“ und „Wessis“.

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