Politik

6 Januar 2012

Allyson Morgan

Casting à la SPD: Wer kann Kanzler? Bürger sehen Steinbrück knapp vor Steinmeier

Zusammenfassung

  • 40% sehen gar keinen geeigneten Kandidaten in der SPD
  • Steinbrück punktet vor allem bei Männern, Besserverdienern & Senioren
  • Gabriel bei allen Befragten weit abgeschlagen

Die K-Frage als Casting-Show?

Keine wichtige politische Entscheidung ohne ein bisschen Show? Auf jeden Fall ist die Kür des SPD-Kanzlerkandidaten wie eine Casting-Show. Singen muss zum Glück niemand, aber Juroren und Spott gibt es reichlich. Wer mit Angela Merkel um das Kanzleramt streiten darf, hängt nicht nur von der Kompetenz sondern auch von Sympathiewerten und gar dem Glamourfaktor ab. Darum lassen wir vom mingle-Trend einfach mal Sie als Bürger abstimmen: Wer ist der geeignete Kanzlerkandidat in der SPD? Oder gibt es gar keinen und die Show sollte abgesetzt werden?

Diese Show ist einfach kein Straßenfeger: Vor vier Monaten sah 38% der Deutschen keinen geeigneten Kandidaten in den Reihen der Sozialdemokraten. Heute sind sogar noch mehr Bürger kritisch gegenüber den Talenten der größten Oppositionspartei (40%). Wenig hilft es den Kandidaten für das Kandidat-Sein, immer wieder auf die Bühne zu drängen: Schlechte Karten hat vor allem der Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel, dem gerade mal jeder Zehnte zutraut, die Kanzlerin herauszufordern.

Ein anderer hat schon solch ein Casting gewonnen und doch den großen Durchbruch nicht geschafft. Doch die Fans von Frank Walther Steinmeier (19%) bleiben ihm treu und sehen im Spitzenkandidaten von 2009 auch den geeigneten Herausforderer gegen den Evergreen im Kanzleramt.

Am Ende lacht vielleicht ein ganz anderer: Vorne liegt in der Gunst der Wähler Peer Steinbrück (21%). Besonders Männer (26%), Besserverdiener (28%) und Wähler jenseits der sechzig Jahre (32%) trauen dem ehemaligen Finanzminister die Kanzlerkandidatur zu. Aber eines ist „der Peer“ sicher nicht: eine Rampensau. Nur mit Kompetenz das SPD-Casting gewinnen? Schwierig. Aber es gibt ja noch die Coaches! Und hier schließt sich der Kreis zum Casting-Rummel: Der gemeinsamer TV-Auftritt von Steinbrück mit dem kettenrauchenden Altkanzler Helmut Schmidt verlieh dem kompetenten Kopf den notwendigen Glanz. Ob das jedoch reicht, um den Unmut vieler Bürger über die auch von Steinbrück propagierte Rente mit 67 zu mindern?

Sicher ist: Ganz gleich, ob die Bürger interessiert sind oder alle innerlich abschalten, the Show must go on!

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Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Online Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 1065 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 28.12.2011 bis 02.01.2012
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe
Prozentwerte können rundungsbedingt abweichen.


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