Gesundheit

7 November 2011

Allyson Morgan

Deutsche (75%) lehnen Extrasteuer auf ungesunde Lebensmittel ab

Zusammenfassung

  • Besserverdiener befürworten Steuer auf zu viel Fett, Salz & Zucker am häufigsten
  • Vor allem Jugendliche und Menschen mit geringer Bildung dagegen

Genuss versus Vernunft?

Das Gesundheitssystem ist ein Sorgenkind dieser Republik. Eine Ursache der explodierenden Kosten liegt in der steigenden Anzahl von „Zivilisationskrankheiten“ wie Karies, Übergewicht und Diabetes mellitus. Ein ungesunder Lebensstil macht viele Menschen krank - und daran krankt auch das gemeinschaftlich finanzierte System. Andere Länder versuchen bereits, dem mit Extrasteuern auf ungesunde Lebensmittel entgegenzuwirken. mingle-Trend fragte nach: Wie stehen die Deutschen zur Einführung einer zusätzlichen Steuer auf ungesunde Lebensmittel?

Die „Ungesund-Steuer“ ist für die meisten Deutschen keine Lösung für die Probleme, die das Essverhalten der Bürger auslöst. Nur jeder Vierte (25%) spricht sich für Extraabgaben auf zu viel Fett, Salz und Zucker aus. Einen guten Weg sehen darin am ehesten Besserverdiener (32%) und Akademiker (29%). Abgelehnt wird eine solche Maßnahme hingegen vor allem von Jugendlichen (80%) und Menschen mit niedriger Bildung (83%).

Die Extrasteuer schmeckt also nur wenigen Deutschen. Kein Wunder: So manches typisch deutsche Produkt wäre betroffen. So überschreitet der Anteil an Salz in deutschen Brotsorten zuweilen EU-Grenzwerte. Eine Umgewöhnung wäre für die meisten Esser schwierig. Auch andere Fragen bleiben: Kann eine pädagogisch ausgelegte Steuer das Konsumverhalten der Deutschen wirklich ändern? Und wo würde das Geld aus den Steuermehreinnahmen landen? Brauchen könnte es das Gesundheitssystem allemal.

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Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Online Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 1103 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 28.10. bis 02.11.2011
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe
Prozentwerte können rundungsbedingt abweichen.


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5 Kommentare

  1. Manuela sagt:

    Daß Besserverdiener eher für eine Besteuerung angeblich ungesunder Lebensmittel sind, ist klar. Sie können sich „gesunde“ Lebensmittel, Bio, Reformhaus leisten und wären von der Steuer kaum selbst betroffen. Geringverdiener hingegen würden davon doppelt getroffen. Eine Sondersteuer auf Butter, Chips, Getränke würde viele zu stark belasten. Wer selbst nicht in der Situation ist, daß er trotz Verzicht auf Auto, Urlaub, Kino, Friseur, Restaurant etc. ab dem 25. nur noch von Dosenravioli lebt, kann das kaum nachvollziehen.

  2. Manuela sagt:

    Fred, Claudia hat Recht. Der Gesamtkonsum ist nicht gesunken, er hat sich nur verlagert. Mehr Raucher sind auf Selbstgedrehte umgestiegen, Jugendliche trinken zwar weniger Alkopops, aber mehr andere Alkoholika. Die Lenkungsfunktion geht am Ziel vorbei.

    Übrigens sind die „Studien“, die Zucker Suchtpotential zuschreiben, nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben sind. Der Zuckergehalt verarbeiteter Lebensmittel ist eher gesunken, da viele Firmen aus Kostengründen zumindest teilweise Zucker durch künstliche Süßstoffe ersetzen. Süßstoffe sind billiger herzustellen und zu transportieren (letzteres durch die mehrere hundertfach höhere Süßkraft gegenüber Zucker – man kann buchstäblich einen LKW Zucker durch ein Postpaket Süßstoff ersetzen).

  3. Fred sagt:

    Da muss ich Claudia widersprechen. Sowohl die höhere Steuer auf Tabak als auch auf Alkopops hat nachweislich den Konsum verringert. Bei Alkohol wird teilweise auf andere Produkte ausgewichen, das ist aber ein anderes Thema.
    Die Vorrednerin übersieht, dass es nicht um den Einnahmeeffekt der Steuer geht, sondern um eine Lenkungsfunktion. Und das nicht nur in Bezug auf die Verbraucher, sondern auch auf die Hersteller. Das Wissen um den Nachteil für die eigene Gesundheit und auch die finanziellen Folgen für die ganze Gesellschaft ist doch überall vorhanden. Trotzdem essen viele Menschen ungesund. Noch dazu kommt, das es inzwischen Studien gibt, die Zucker Suchtpotential wie Tabak zuschreiben! Daher kann und sollte die Lenkung des Verhaltens über eine Steuer versucht werden.
    Der Zuckergehalt fast aller verarbeiteter Lebensmittel ist in den letzten Jahren sehr gestiegen, weil Zucker billig war. Wenn Zucker besteuert würde, würden die Hersteller auch nicht so viel reingeben und allen wäre geholfen. Gleiches gilt für Fett oder Salz. Ich würde auch die ganzen Aroma-Stoffe besteuern, die – weil so schön günstig – statt natürlicher Geschmacksstoffe im Essen landen.
    Grüße
    Fred

  4. Tarothin sagt:

    Richtig!!!!
    Außerdem ists damit wie in unserem Rechtsystem: Haste Geld bekommste Recht-haste keins, kannste dir keinen guten Anwalt leisten und kuckst in die Röhre!
    Haste Geld-kannste Dich gesund ernähren!
    Abgesehn davon müssten dann fast alle Lebensmittel teurer werden! (mal ein wenig über Monsanto nachgooglen!!!)
    gruß

  5. Claudia sagt:

    das ist der größte mist den ich je gehört habe…hält der angestiegene tabakpreis die raucher vom rauchen ab? Nein! Alkopops sind auch teuer geworden und die jugendlichen trinken sich nach wie vor ins koma…..also bringt doch eine steuer für ungesunde lebensmittel genauso wenig..ausserdem sollte jeder selbst entscheiden was er essen möchte und was nicht,- demnächst zahlen wir alle noch eine steuer fürs luftholen!!!!!!


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