Wirtschaft

5 Oktober 2011

Allyson Morgan

Drei Viertel der Deutschen bleiben trotz Eurokrise gelassen

Zusammenfassung

  • Vor allem Männer und Besserverdiener persönlich von Eurokrise betroffen
  • Frauen und Eltern ändern am häufigsten ihren Konsum wegen der Krise

Nur jeder Dritte ändert sein Konsumverhalten wegen der Eurokrise

Drei Millionen deutsche Haushalte gelten als überschuldet. Bei jedem dritten stand der Verlust des Arbeitsplatzes am Anfang der persönlichen Schuldenkrise. Laut OECD hat die Finanzkrise seit 2007 weltweit mehr als 13 Millionen Jobs vernichtet. Die Schuldenkrise der Eurostaaten und die Eurokrise sind das neueste Gesicht der Finanzkrise. mingle-Trend fragte nach: Trifft die Eurokrise den Einzelnen in Deutschland? Ändern die Bürger ihr Konsumverhalten durch die Krise?

Die Eurokrise erreicht Deutschland: Jeder vierte Bürger (27%) verspürt ihre Auswirklungen. Finanzielle Einbußen verzeichnen besonders Männer (29%) und Besserverdiener (30%).

Dennoch bleiben die Deutschen angesichts der Eurokrise ruhig: Drei von vier Bürgern (76%) ändern deswegen nicht ihr Konsumverhalten. Alarmierter reagieren vor allem Frauen und Normalverdiener (je 28%), die Kaufentscheidungen wohl zweimal überdenken. Deutlich ist auch der Unterschied zwischen Eltern (28%)und Kinderlosen (16%): Wer Kinder hat, ist derzeit besonders kritisch beim Geldausgeben. Ein Grund für das fehlende Vertrauen der Bürger: Die Deutschen bewerten die Arbeit von Kanzlerin Merkel und der Regierung im Rahmen der Eurokrise als schlecht.

Stockendes Konsumklima kann eine Krise weiter verschärfen. Scheinbar gute Nachrichten täuschen: Zwar hat Deutschland heute sogar eine niedrigere Arbeitslosigkeit als 2007. Aber der Anteil von Niedriglohnjobs (22%) steigt. Zudem ist das Vertrauen in die Regierung, die Krise zu meistern, gering. Nun bedarf es klarer Signale aus der Politik, um das Vertrauen in den Euro und die Eurozone zu schützen.


You need to upgrade your Flash Player
 
You need to upgrade your Flash Player

Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Online Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 1000 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 15.09. bis 21.09.2011
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe
Prozentwerte können rundungsbedingt abweichen.


Artikel-Tags


1 Kommentar

  1. Stefan Wehmeier sagt:

    „Der von uns aufgedeckte Konstruktionsfehler des kapitalistischen Systems bedingt aber nicht nur diese periodisch wiederkehrende Schädigung des Unternehmertums, sondern er führt auf lange Sicht zu einer ernsten Gefährdung seiner Existenz durch die immer brennender werdende soziale Frage. Solange diese nicht endgültig gelöst und bereinigt ist, werden die Angriffe aus dem sozialistischen Lager gegen das Unternehmertum mit wachsendem Erfolg fortgesetzt in der Gewerkschaftspolitik, in den Kämpfen um Lohnerhöhung und Mitbestimmung, in den Sozialisierungsbestrebungen, die sich erfolgreich des staatlichen Machtapparates bedienen. Das Ziel ist die vollständige Sozialisierung der Produktionsmittel mit Vernichtung der freien Unternehmerinitiative – im genauen Gegensatz zu der von uns vorgeschlagenen „Sozialisierung“ des Kapitals mit Erhaltung des privaten Besitzes und des vollen Verfügungsrechtes über die Produktionsmittel. Diese sozialistische Entwicklungstendenz begegnet sich mit merkwürdiger Einmütigkeit mit der vielleicht noch gefährlicheren kapitalistischen Tendenz einer staatlichen Investitionspolitik, welche die Vollbeschäftigung um den Preis einer verlustreichen Investition ermöglichen, dem Staat das Risiko aufbürden und dem Kapital den ungeschmälerten Zinsertrag auch bei abnehmender Rentabilität zu Lasten des Steuerzahlers garantieren soll. Das Ende dieser Entwicklung kann nur sein, dass jedes freie Unternehmertum in der überwuchernden staatlichen Bürokratie vollends erstickt!“

    Dr. Ernst Winkler („Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung“, 1952)

    Alle wesentlichen wirtschaftlichen Zusammenhänge wurden bereits 1916 in dem makroökonomischen Grundlagenwerk „Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“ von dem Sozialphilosophen Silvio Gesell vollständig und widerspruchsfrei beschrieben. Alles, was davon prinzipiell abweicht, sind Vorurteile und Denkfehler, die sich aber bis heute besser verkaufen ließen, als die einzig denkbare Möglichkeit des zivilisierten Zusammenlebens. Denn der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation setzt die Überwindung der Religion (selektive geistige Blindheit gegenüber makroökonomischen Konstruktionsfehlern) voraus.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*



	

Das könnte Sie auch interessieren


Zurück