Gesundheit

19 Juli 2012

Allyson Morgan

Deutsche gegen ein Verbot des Bluttests auf Trisomie21 beim Ungeborenen

Zusammenfassung

  • Besonders Eltern pro Bluttest
  • Befürworter des Verbots in der Minderheit (10%)

„Es ist keine Krankheit! Es ist eine Kondition, ein Zustand. So wie der eine blond ist, habe ich eben das Down-Syndrom.“ (Pablo Pineda, 1. Europäer mit Down Syndrom und Universitätsabschluss)

Trisomie 21 ist eine Genmutation des 21. Chromosoms. Folgen davon sind kognitive Beeinträchtigungen bis hin zur geistigen Behinderung und das typische Aussehen Erkrankter, das den veralteten Begriff Mongolismus prägte. Bisherige Methoden zur Früherkennung der Krankheit wie die Fruchtwasserpunktion bergen Risiken für Mutter und Kind. Nun ermöglicht ein neuer Test die gefahrlose Früherkennung. Kritiker fürchten durch den vereinfachten Weg zur Diagnose einen Anstieg der Abtreibungen von behinderten Babys. mingle-Trend fragte die Deutschen: Soll der neue Bluttest auf Trisomie21 verboten werden?

Die pränatale Diagnose Down Syndrom bedeutet für Schwangere die schwere Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung. Letztlich tragen nur 5 - 10% der Frauen nach erfolgter Diagnose und Beratung das Down-Kind aus. Den neuen, ungefährlichen Test werden vermutlich noch mehr Mütter machen. Aber führt das auch zu mehr Abtreibungen? Dies befürchten zumindest die Befürworter eines Verbots des neuen Bluttests (10%). Immerhin warnte der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, sogar vor einer verstärkten „Rasterfahndung nach Menschen mit Down Syndrom“.

Dennoch sprechen sich 81% der Deutschen gegen ein Verbot des PraenaTests aus. Vor allem Eltern (83%) setzen auf die frühe und sichere Information für Schwangere und damit auch auf die Freiheit, die schwere Entscheidung für oder gegen ein behindertes Kind treffen zu können.

Wie diese Entscheidung dann ausfällt, ist oft auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Probleme und Vorurteile, mit denen Behinderte in Deutschland konfrontiert werden. Oder wussten Sie schon, dass 2010 der Spanier Pablo Pineda als erster Europäer mit Down Syndrom seinen Uniabschluss gemacht hat? Wenn Sie sich fragen, was die Diagnose Trisomie21 für das Kind und die Familie bedeutet, bietet der Artikel in der Zeit „Elternglück, nur anders“ einen guten Einblick. Sie interessieren sich für die Fördermöglichkeiten für Menschen mit Trisomie21? Dann empfehlen wir die Seite des Arbeitskreises Down Syndrom.



Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 1.096 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 12.07.2012 bis 16.07.2012
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe


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2 Kommentare

  1. Andrea Lieske sagt:

    Ja, stimmt – ich habe es soeben geändert. Danke für den kritischen Blick 🙂

    Liebe Grüße, Andrea vom mingle-Team

  2. Blabla sagt:

    Sollte es in der Zusammenfassung nicht eher „Befürworter des Verbots in der Minderheit“ heißen?


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