Politik

9 März 2015

Marjorie Navarro

Fast drei Viertel für die Abschaffung des Soli

Zusammenfassung

  • 73% der Menschen in Deutschland sind für die Abschaffung des Solidaritätszuschlages
  • Männer sind häufiger für die Abschaffung des Solis als Frauen
  • Menschen im Westen Deutschlands am häufigsten gegen den Soli

Menschen im Osten wissen den Soli zu schätzen

Seit dem 1. Juli 1991 gibt es den so genannten Solidaritätszuschlag. Diese Ergänzungsabgabe der Einkommenssteuer, Kapitalertragssteuer und Körperschaftssteuer beträgt seit dem Jahr 1998 5,5 Prozent des Steuerbetrages aus Einkommen-, Kapitalertrag- und Körperschaftsteuer. Das sind jährlich ungefähr 15 Milliarden Euro. Doch ist der Soli nach fast einem Vierteljahrhundert immer noch notwendig? Wir haben die Menschen in Deutschland gefragt, was sie zu dem Thema sagen.

Vorweg ist festzuhalten, dass die Meinungen zum Soli in Deutschland relativ eindeutig sind. 73% aller repräsentativ Befragten Bürger meinen, dass es nach 25 Jahren Zeit ist, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen. Dabei sind die Männer zu einem höheren Anteil (77%) für eine Abschaffung als die Frauen mit 70%. Weitere 15% der Befragten sind hingegen für eine Verringerung des jetzigen Prozentsatzes anstatt einer kompletten Abschaffung. Wenig erstaunlich ist hingen, dass die Meinungen regional auseinandergehen. Während im Osten lediglich 45% für eine Abschaffung sind und 25% für eine Reduzierung, sind im Westen Deutschlands 81% für eine Abschaffung und 14% für eine Reduzierung des Solidaritätszuschlages.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Menschen im Osten Deutschlands den Soli nicht missen wollen, während die Menschen im Westen eine sehr starke Ablehnung entwickelt haben. Aber ist eine solche strikte Trennung von Ost und West nach fast 25 Jahren Wiedervereinigung noch sinnvoll? Wäre ein gemeinsamer Topf für die Finanzierung strukturschwacher Regionen, unabhängig von deren Lage, nicht zeitgemäßer?


Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Online Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 941 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 05.03.2015 bis 09.03.2015
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe
Prozentwerte können rundungsbedingt abweichen.


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