Politik

11 September 2015

Allyson Morgan

Klare Mehrheit für mehr Inklusion an deutschen Schulen

Zusammenfassung

  • Zwei Drittel aller Befragten sprechen sich für mehr Inklusion aus
  • Lediglich jeder 4. lehnt gemeinsamen Unterricht explizit ab
  • Die 50 bis 59- Jährigen befürworten Inklusion am häufigsten (74%)

Inklusion wird von den Menschen unterstützt

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Seitdem Deutschland 2008 die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet hat, verpflichtet es sich, jedem Kind den Zugang zu einer Regelschule zu ermöglichen. Der als Inklusion bezeichnete Vorgang wird jedoch aktuell nur schleppend vorangetrieben. Deshalb fragten wir nach: Was ist ihre Meinung zur Integration von Kindern mit Behinderung in den Unterricht?

Im mingle-Trend zeigte sich ein klares Bekenntnis der Deutschen zur Inklusion. Insgesamt unterstützen zwei Drittel (66%) der Befragten den gemeinsamen Unterricht aller Kinder in den Klassenzimmern, ein Viertel stimmt dagegen. 70% der Frauen sprechen sich für den Einschluss von Schülern mit Förderbedarf aus, bei den Männern sind es 62%.

Die Altersgruppe 50 bis 59 ist mit 74% Spitzenreiter der Inklusions-Befürworter. Die Schüler selbst (14-19) stimmen mit 60% für förderbedürftige Kinder an Regelschulen und stellen zugleich die meisten Zweifler: Unter ihnen lehnen 31% die Idee ab. Regionale Unterschiede sind nur marginal vorhanden. Während im Süden 70% positiv abstimmten, waren es im Osten 61%.

Dabei weicht die Inklusionspolitik der Bundesländer stark voneinander ab. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung lernen in Hessen 21,5% der Schüler mit Handicap an einer Regelschule, wohingegen es in Bremen 68,5% sind. Doch es gibt auch Fortschritte zu vermelden: Die Stiftung errechnete, dass mittlerweile fast jedes dritte Kind mit Behinderung an einer Regelschule lernt, was einen Anstieg um 71% seit dem Schuljahr 2008/2009 bedeutet, als die Konvention in Kraft trat.



Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Online Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 1000 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 03.09.2015 bis 07.09.2015
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe
Prozentwerte können rundungsbedingt abweichen.


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