Lifestyle

23 September 2011

Allyson Morgan

Konsumentenboykott: Jeder Dritte meidet Wiesenhof-Produkte nach dem Tierquälerei-Skandal

Zusammenfassung

  • Mehrheit der Bevölkerung (70%) über Skandal informiert
  • Vor allem Eltern und Frauen kritisch gegenüber der Marke

Auf die Tierhaltung kommt es an

Lebensmittelskandale haben in den letzten Jahren mehrfach Deutschland erschüttert. Nun wurden Videos von brutaler Tierquälerei in den Betrieben der Marke Wiesenhof bekannt. Drei Wochen nach der Erstausstrahlung der Reportage „System Wiesenhof“ der ARD, fragte mingle-Trend nach: Wissen die Verbraucher von den Vorfällen in Betrieben des Konzerns? Und boykottieren die Deutschen deswegen Produkte der Marke Wiesenhof?

Auf der Wiesenhof-Seite findet sich das Zertifikat des Instituts für Tiergesundheit und Agrarökologie (ifta) für die Bereiche Tiergesundheit und –schutz. Die von der ARD veröffentlichten Bilder zeigen jedoch eine andere Wahrheit: Mitarbeiter, die Tiere durch die Luft treten. Verletzte Tiere, die in Kisten auf Lastwagen geworfen werden. Diese Bilder bleiben: Zwei von drei Bürgern (70%) in Deutschland haben sie gesehen oder anderweitig von dem Skandal erfahren. Für knapp die Hälfte der Befragten (41%) heißt dies: Boykott gegen Wiesenhof. Besonders Frauen (45%) und Eltern (48%) wollen nun keine Produkte der Marke Wiesenhof mehr kaufen. Ein Fünftel der Konsumenten (22%) hingegen ändert wegen der Tierquälerei das eigene Kaufverhalten nicht.

Lebensmittelskandale sind in Deutschland nichts Neues. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass das System funktioniert: Prüfbehörden, Medien und private Organisationen treten für gesundes Essen und faire Produktionsbedingungen ein. Druck auf die Industrie können aber letztlich vor allem die Verbraucher ausüben. Welche Wirkung Konsumentenboykotte haben, zeigte sich in den letzten Jahrzehnten auch hier in Deutschland. Wegen der geplanten Versenkung der Brent Spar Ölplattform im Meer, boykottierten 1995 bis zu 50% der Autofahrer Tankstellen der Marke Shell. Rund 4,5 Millionen Hühner werden pro Woche in Betrieben der PHW Gruppe, deren Flaggschiff Wiesenhof ist, geschlachtet. Ein Boykott durch die Verbraucher kann etwas bewegen: Brent Spar wurde an Land geschleppt und dort entsorgt.

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Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Online Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 1104 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 15.09. bis 21.09.2011
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe
Prozentwerte können rundungsbedingt abweichen.


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3 Kommentare

  1. Helmut sagt:

    Solchen produzenten sollte schlicht die Zulassung entzogen werden!!

    Jedes Restaurant, welche die Hygiene-Vorschriften verletzt wird solange geschlossen, bis es wieder sauber zugeht. Warum nicht bei Wesjohann und Co. zumal die schon mehrfach aufgefallen sind!

  2. Daniela sagt:

    Schlecht fand ich an dieser Umfrage,dass nicht gefragt wurde,ob man vor dem Skandal Produkte der Marke Wiesenhof gegessen hat. Denn wer zwar Wurst und Fleisch isst,nur eben nicht von der Marke, muss sein Kaufverhalten nicht ändern und kann so weiter essen wie bisher.

  3. Max sagt:

    Zum Konzern gehören ja noch mehr Marken als nur Wiesenhof;
    wer die boykottieren will, muss die andern auch boykottieren
    (Brutzler usw, siehe wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Wiesenhof).
    Ich mache es.


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