Gesundheit

1 Februar 2016

Ina Spross

Die meisten Deutschen sind gegen Social Freezing

Zusammenfassung

  • Mehrheit der Deutschen ist gegen Social Freezing (42%)
  • Ein Viertel der Frauen befürwortet Social Freezing
  • 35% 14 bis 19-Jährigen ist für das Verfahren

Ist Social Freezing eine Antwort auf „Kind oder Karriere“?

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„Social Freezing" bzw. das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen ist in den USA bereits besonders weit verbreitet und auch in Europa nutzen immer mehr gesunde Frauen das Verfahren, um sich den Kinderwunsch zu einem ausgewählten Zeitpunkt zu erfüllen. Nicht nur für Karrierefrauen ist „Sozial Freezing“ eine verlockende Möglichkeit, um die Familienplanung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, sondern auch für Frauen, die noch nicht den richtigen Partner gefunden haben oder der biologischen Uhr trotzen wollen. Doch welche Meinung hat Deutschland zu dem Thema?

Laut einer repräsentativen Studie ist die Mehrheit (42 Prozent) der Deutschen gegen „Social Freezing“. Hingegen haben sich 26 Prozent der Frauen und 21 Prozent der Männer für das Verfahren ausgesprochen. Vor allem die 14 bis 19-Jährigen befürworten, wenn Frauen auch ohne medizinischen Hintergrund ihre Eizellen einfrieren lassen. Weitere 35 Prozent der Deutschen haben keine Meinung zu dem Thema. Auffällig ist außerdem, dass die älteren Generationen gegen das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen sind.

Beim „Social Freezing“ werden der Frau Eizellen entnommen und dieses durch das sogenannte „Vitrifikationsverfahren“ eingefroren. Die konservierten Eizellen können anschließend jederzeit wieder aufgetaut, befruchtet und eingesetzt werden. Auch wenn das Verfahren ursprünglich für krebskranke Frauen entwickelt wurde, greifen mittlerweile auch immer mehr gesunde Frauen auf das Verfahren zurück, um so den Zeitpunkt der Schwangerschaft selber bestimmen zu können. Doch dies ist in keinem Fall eine „Baby-Garantie“, da die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden mit steigendem Alter zunimmt.

Doch welche Auswirkungen wird „Social Freezing“ auf die Gesellschaft haben? Wenn Frauen künftig allein bestimmen können, wann der richtige Zeitpunkt für eine Familienplanung ist, werden die Mütter künftig immer älter werden oder länger Single bleiben?


Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Online Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre Stichprobe: 1000 repräsentativ ausgewählte Personen Erhebungszeitraum: 22.01.2016 bis 25.01.2016 Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe Prozentwerte können rundungsbedingt abweichen.

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1 Kommentar

  1. M. Langer sagt:

    Das Einfrieren von Eizellen ist eine Alternative für Frauen, deren Eizellen durch eine medizinische Behandlung oder andere Umstände geschädigt werden – und das sollte es auch bleiben. Social Freezing erhöht den Druck auf Frauen, die Familienplanung nach hinten zu schieben. Das ist jedoch nicht im Sinne der Familie. Wenn Menschen erst deutlich jenseits der 40 Eltern werden, sind sie bereits kurz vor oder in der Rente, ehe ihre Kinder auch finanziell selbständig sind. Ihre eigenen Enkel erleben sie meist nicht mehr.


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