Politik

17 Juli 2012

Allyson Morgan

Mehrheit unterstützt gemeinsames Sorgerecht für ledige Väter auch gegen den Willen der Mutter

Zusammenfassung

  • Vor allem Männer froh über die Neuregelung
  • Besonders Eltern und Frauen skeptisch

"Besser auseinander gehen in Einigkeit, als immerdar beisammen sein in Zank und Streit." (Carl Spitteler)

Das Bundeskabinett stärkt die Rechte lediger Väter: Das gemeinsame Sorgerecht kann nun auch durch das Gericht beschlossen werden, wenn die Mutter sich dagegen ausspricht. Bisher war das Veto der Mutter für ledige Väter oft das Ende ihrer Mitsorge für das gemeinsame Kind. Dies ist nun anders: Nur eine Gefährdung des Kindeswohls kann die geteilte Fürsorge beider Eltern stoppen. Aber wie stehen die Deutschen zum neuen Sorgerecht für ledige Väter? Und was sagen Frauen und Männer zu den gestärkten Rechten des Kindsvaters?

Die breite Mehrheit (67%) der Bevölkerung begrüßt das neue Sorgerecht. Nur jeder zehnte Bürger spricht sich gegen die Gleichstellung lediger Väter aus. Vor allem Männer (77%) sind begeistert über die verbesserten Rechte der Väter. Aber auch die meisten Frauen (58%) finden die Entscheidung gut. Aber es gibt auch Widerspruch: Immerhin fast jede fünfte Frau (17%) stimmte im neuen mingle-Trend gegen diese Regelung. Vielleicht aus Sorge um die betroffenen Kinder? Oder vielleicht auch als Angst um die eigenen Privilegien als Mutter?

Eigene Kinder verändern den Blick auf das neue Gesetz: Während 70% der Kinderlosen das „Mehr an Rechten“ der Männer begrüßen, tun dies nur 66% der Eltern.

Das besondere Vorrecht der Mutter gegenüber dem ledigen Partner gibt es nun vor dem Gesetz nicht mehr. Die Trennung der Eltern kann für Kinder sehr belastend sein. Besonders wenn sie zwischen die Fronten geraten. Das neue Sorgerecht ist somit nicht nur eine gute Nachricht für ledige Väter, sondern vor allem auch für betroffene Kinder.



Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 1.096 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 12.07.2012 bis 16.07.2012
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe


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