Politik

10 Januar 2014

Marjorie Navarro

Reicht der neue Hartz IV-Satz zum Leben aus?

Zusammenfassung

  • Fast die Hälfte der Deutschen findet, dass auch der neue Hartz IV-Satz nicht zum Leben ausreicht
  • Männer (26%) sind seltener als Frauen (32%) der Meinung, dass der neue Hartz IV-Satz ausreicht
  • Die Über-60-Jährigen sind am häufigsten der Auffassung, dass der Hartz IV-Satz nicht ausreicht

Fast die Hälfte der Bevölkerung findet, dass Hartz IV nicht ausreicht

Mit dem Jahreswechsel ergeben sich zahlreiche Änderungen im Bereich der Steuern, Renten und Sozialleistungen in Deutschland. So wurde zum 1. Januar auch das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) um 9 Euro auf monatlich 391 Euro erhöht. Betroffen sind davon laut der Bundesagentur für Arbeit ca. 4, 4 Millionen Menschen in Deutschland. Der mingle-Trend hat daher die deutsche Bevölkerung gefragt, ob sie findet, dass mit diesem Betrag alle notwendigen Dinge des Lebens angeschafft werden können.

Fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung (49%) ist der Meinung, dass auch der neue Hartz IV-Satz nicht ausreicht, um sich mit allen notwendigen Dingen des Lebens auszustatten. Dabei geben Männer häufiger als Frauen an, dass der Betrag nicht ausreicht. Dies lässt darauf schließen, dass Frauen vermutlich etwas sparsamer mit ihrem Geld umgehen als Männer. Vor allem die über Über-40-Jährigen geben in der repräsentativen Umfrage an, dass der Betrag nicht ausreicht. Bei den Über-60-Jährigen sind es sogar ganze 65%. Die Ergebnisse spiegeln zudem die Ergebnisse des mingle-Trend vom November 2011 wieder. Vor zwei Jahren gaben, bei einer ähnlichen Fragestellung 49% der Befragten an, dass der Hartz IV-Satz als zu niedrig empfunden wird.

Mit der Anpassung des Satzes werden so vermutlich die Preissteigerungen durch die Inflation aufgefangen, während eine Verbesserung der Lebensverhältnisse damit kaum möglich ist. Somit wird das Arbeitslosengeld II weiterhin von großen Teilen der Bevölkerung als zu gering eingestuft.


Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Online Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 957 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 02.01.2014 bis 06.01.2014
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe
Prozentwerte können rundungsbedingt abweichen.


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4 Kommentare

  1. bärbel schrapel sagt:

    ich bin der meinung das der regelsatz nicht ausreischt weil der lebensunterhalt und die mieten ja auch steigen die Polietieker können es ja mal mit dem Regelsatz veruchen aus zu kommen. Wier hatten alle mal arbeit in der vergangenheit

  2. Heinz sagt:

    Nein! Es reicht hinten und vorne nicht! Gerade eben wieder eine Strompreiserhöhung bekommen, so das die 9 Euro mehr gleich wieder weg sind! Mehrbedarf wegen Diabetes und Krebs bekomme ich auch nicht mehr,da irgend so eine Gesellschaft für Ernährung sagte, es ist bei den Krankheiten nicht nötig! Wohl gemerkt: Gesunde haben das entschieden! Ich kaufe sehr viel runter gesetzte Lebensmittel, obwohl die teilweise abgelaufen sind und trotzdem reicht es nicht!

  3. Oliver sagt:

    Hiho, also ich kann nur sagen das bereits mit den vorherigen Leistungen für mich mehr als genug Geld „geleistet“ wird um gut zu überleben. Natürlich muss man sich ein wenig auskennen und sich auch darum kümmern die „zustehenden Leistungen“ in Anspruch zu nehmen. Wer sich nur auf die Grundleistung beschränkt wird es wohl ein wenig schwieriger haben. Nach Abzug aller Kosten bleiben mir jeden Monat 200 Euro über, die ich zur freien Verwendung habe. In diesem Sinne: Wer nicht darum kämpft was er will, muss sich damit zufrieden stellen was er bekommt.

  4. Monika sagt:

    Hallo, ich bin 58 Jahre alt, weiblich und arbeite seit 14 Jahren in der ambulanten Pflege. Meine Knochen sind ziemlich kaputt, vier Gelenkoperationen waren schon nötig und im Oktober 2012 das Erste künstliche Hüftgelenk. Ich bin seit der letzten OP arbeitsunfähig, seit Mai 2013 zahlt die Krankenkasse nicht mehr und seitdem muss ich von Hartz IV existieren. Leben kann man das nicht nennen, ich zahle alle meine Rechnungen und es bleiben knapp 70 € für Essen und Trinken für meine zwei Katzen und mich. Habe ich dafür 43 Jahre gearbeitet?


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