Zusammenfassung
- Vor allem Besserverdiener (47%) für die Maut
- Männer eher pro Maut als Frauen
Die PKW-Maut: Ein Dauerthema im Sommertheater
Sommertheater ist das, was in Berlin passiert, wenn eigentlich nichts passiert. Die Spitzenpolitiker sind im Urlaub und es schlägt die Stunde der Hinterbänkler. Wie sichert man sich eine Schlagzeile in allen Medien? Mit der Idee einer PKW-Maut zum Beispiel. Auch im diesjährigen Sommertheater der Koalition wurde das Dauerthema bemüht. mingle-Trend fragte nach: Wie stehen die Deutschen zur Einführung einer PKW-Maut?
Die Einführung einer Maut für das Auto ist ähnlich unbeliebt wie der Soli (Solidaritätszuschlag). Zwei von drei Bürgern (64%) stimmen gegen die Abgabe für die Straßennutzung. Vor allem Geringverdiener (68%) und Menschen im Westen Deutschlands (74%) lehnen die Maut ab.
Die Vorteile einer Maut sieht wiederum fast jeder zweite Mann (43%). Immerhin wurden für den Fall einer Einführung der Maut auch Erleichterungen bei der Mineralölsteuer angekündigt. Würde die Mineralölsteuer gesenkt, profitiert, wer viel fährt oder einen Wagen mit hohem Spritverbrauch nutzt. Deswegen sprechen sich wohl vor allem Besserverdiener für die Maut aus (47%). So mancher denkt hier wohl an Einsparungen für seinen „Spritfresser“.
Der Vorteil der Maut: Sie ist zweckgebunden und das eingenommene Geld fließt in die Erhaltung und Verbesserung der Infrastruktur. So ist es auch bei der 2005 eingeführten LKW-Maut. Allerdings kostet laut ADAC allein die Erfassung jährlich 700 Millionen der fünf Milliarden eingenommen Euro. Eine Verbesserung der Straßensituation ist indes nicht eingetreten: Die Mautgelder wurden ab dem ersten Jahr verwendet, um Steuermittel zu ersetzen anstatt sie aufzustocken. Die Steuern sanken dadurch nicht.
Ist die Erhöhung von Abgaben für Autofahrer nötig? Dann kann sie unkomplizierter und auch fairer über eine erneute Erhöhung der Mineralölsteuer erfolgen. Dann zahlt mehr, wer viel fährt oder viel verbraucht, ohne großen Erfassungsaufwand oder Datenschutzprobleme. Aber Steuererhöhungen sind Tabuthemen vor Wahlen – eher etwas für das Sommertheater.
Datenbasis der Befragung
Grundgesamtheit: Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 1.014 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 11.08. bis 17.08.2011
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe
Autor: Andrea Lieske.
Andrea ist bei respondi für den mingle-Trend mitverantwortlich.











