Politik

17 März 2014

Marjorie Navarro

Sollten Kinder zum Unterhalt ihrer Eltern im Alter verpflichtet sein?

Zusammenfassung

  • 52% der Menschen in Deutschland finden es gut, dass Kinder für ihre Eltern im Alter finanzielle Verantwortung übernehmen müssen
  • 48% der Befragten finden, dass Kinder nicht im Alter zum Unterhalt der Eltern verpflichtet werden sollten

Mehrheit ist für Unterstützung der Eltern im Alter

„Eltern und Kinder sind einander Beistand und Rücksicht schuldig." So steh es im Paragraf 1618a des Bürgerlichen Gesetzbuches. Laut einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshof (BGH) sind Kinder dazu verpflichtet, ihren erwachsenen Eltern finanzielle Unterstützung zu leisten - auch wenn diese schon vor langer Zeit den Kontakt abgebrochen haben. Wir haben die Menschen in Deutschland befragt, wie sie die Entscheidung des BGH beurteilen.

Eine knappe Mehrheit der Befragten sieht das Urteil des BGH positiv. Während 7% meinen, dass erwachsene Kinder ohne Einschränkung für ihre Eltern aufkommen sollten, geben 43% an, dass sie das Urteil befürworten, wenn es Ausnahmen für unzumutbare Fälle gibt. Fast ein Viertel der Befragten sieht das Urteil hingegen negativ, da ihrer Meinung nach die Kinder nicht für die schlechte Altersvorsorge der Eltern verantwortlich gemacht werden sollten. Weitere 24% sind der Meinung, dass der Staat die Kosten in solchen Fällen übernehmen sollte. Die Meinungen, wie weit Familienmitglieder für einander verantwortlich sein sollen, gehen damit weit auseinander.

Die Ergebnisse lassen sich zum Teil sicher auch durch die wenig bekannte Rechtslage erklären. Die meisten Kosten der Pflege von Menschen im Alter übernimmt bereits die Pflegeversicherung. Reicht dieser Betrag nicht aus, übernimmt zunächst das Sozialamt die Kosten für den Unterhalt. Dieses fordert jedoch im Nachhinein das Geld von den Kindern der Betroffenen ein. Dabei wird den Kindern aber ein Selbstbehalt von 1600 Euro pro Monat gestattet.


Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Online Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 1000 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 13.02.2014 bis 17.02.2014
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe
Prozentwerte können rundungsbedingt abweichen.


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2 Kommentare

  1. Manuela sagt:

    Die Kosten für die Versorgung Älterer, besonders im Pflegeheim, laufen immer mehr aus dem Ruder. Da kommen leicht Beträge von knapp 4000,- € monatlich zusammen, mit steigender Tendenz. Zuviel dieses Geldes geht in Verwaltung, viel zuwenig in die Gehälter der Pflegekräfte.

    Ich sehe es als sehr problematisch, die Kinder mit den Kosten zu belasten und ihnen nur einen Selbstbehalt von 1.600,- € zu lassen. Wovon sollen sie dann etwas aufbauen oder gar selbst vorsorgen? Diese Entscheidung löst das Problem nicht, sondern verschiebt es in die nächste Generation und verschlimmert es.

    Hinzu kommt der psychologische Effekt: Prima, wir kriegen unser Geld auf jeden Fall, also rauf mit den Preisen.

  2. BensonohneHedges sagt:

    Natürlich ist es für den Staat einfach die Versorgung der Menschen die sich ihr Leben LANG für diesen misthaufen krumm geackert haben und ackern werden auf ihre Kinder abzuwälzen… Sparen wo man nur kann damit man es anderen in den arsch blasen kann..


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