Politik

19 Januar 2015

Marjorie Navarro

So stehen die Menschen in Deutschland nach den Anschlägen von Paris zur Vorratsdatenspeicherung

Zusammenfassung

  • Die Hälfte der Bürger in Deutschland spricht sich für eine längere Speicherung von Telekommunikationsverbindungsdaten aus
  • Frauen sind häufiger für die Vorratsdatenspeicherung als Männer
  • 50 bis 59-Jährige sind am häufigsten für die Vorratsdatenspeicherung

Meinungen zur Vorratsdatenspeicherungen gespalten

Im Jahr 2010 wurden die deutschen Vorschriften zur Vorratsdatenspeichderung vom Bundesgerichtsof für verfassungswidrig erklärt. Seitdem dürfen Telefonanbieter Verbindugsdaten sieben Tage lang lediglich für interne Zwecke speichern. Doch die Attentate von Paris haben in Deutschland die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland wieder auf die Tagesordnung gebracht. In unserer mingle-Trend Umfrage vor zwei Jahren haben sich knapp zwei Drittel der Bevölkerung gegen jegliche Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen. Hat sich dieses Meinungsbild nach den Ereignissen von Paris geändert?

Der aktuelle mingle-Trend zeigt, dass sich die Einstellung zur Vorratsdatenspeicherung in der Tat verändert haben. Genau die Hälfte der repräsentativ befragten Personen gibt an, eine längere Speicherung der Telekommunikationsverbindungsdaten zu befürworten. Frauen sprechen sich dabei mit 55% häufiger für eine umfassendere Vorratsdatenspeicherung aus als Männer (44%). In den unterschiedlichen Altersgruppen sind vor allem die Über-50-Jährigen für eine verschärfte Vorratsdatenspeicherung, während die unter 36-Jährigen mit 61% am häufigsten dagegen sind. Sind die älteren Generationen eher für eine Vorratsdatenspeicherung, weil sie das Internet weniger nutzen oder haben sie einfach ein höheres Sicherheitsbedürfnis?

In Frankreich existiert eine Vorratsdatenspeicherung übrigens bereits seit dem Jahr 2006. Dort werden alle Telekommunikationsverbindungsdaten, wie einigen anderen Ländern der EU, 12 Monate lang gespeichert und können bei Bedarf zur Strafverfolgung verwendet werden. Doch auch diese Speicherung konnte die Anschläge vom 7. Januar nicht verhindern. Bringt eine Vorratsdatenspeicherung somit wirklich mehr Sicherheit?


Datenbasis der Befragung

Grundgesamtheit: Online Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre
Stichprobe: 1000 repräsentativ ausgewählte Personen
Erhebungszeitraum: 15.01.2015 bis 19.01.2015
Erhebungsverfahren: Online-Umfrage, Quotenstichprobe
Prozentwerte können rundungsbedingt abweichen.


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3 Kommentare

  1. Jens Thölking sagt:

    Ich bin absolut gegen eine allgemeine Vorratsspeicherung von Daten.
    Aber bei einem konkreten Verdacht sollte dieses ein legetiemes Mittel sein.

    Und nun ja, falls die Bundesregierung dennoch wissen will mit wehm wir in Kontak stehen, dann soll sie doch mal die amerikanischen Geheimdienste fragen.

  2. Renko Recke sagt:

    Hallo Carmen,
    in unseren Blogbeiträgen versuchen wir die Ergebnisse unserer Umfragen kurz und knapp in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen. Dabei versuchen wir auch Fragen aufzuwerfen, die sich uns bei der Analyse der Ergebnisse stellen. Das diskutieren dieser Fragen und deren Beantwortung überlassen wir aber den Lesern – hier in diesem Blog, auf unserer Facebook-Seite oder anderen Ortes.

    Beste Grüße vom mingle-Team

  3. Carmen Spitzer sagt:

    Ich dachte immer Mingle wäre in der Meinungsforschung und nicht Meinungsbildung tätig.
    Was hat der letzte Absatz mit eindeutig wertender Absicht bei der Präsentation nackter Zahlen zu suchen?


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